Epochale Adressen für neue Adressaten
Neben den Woiwodschaften Großpolen und Niederschlesien ist Masowien die dritte Region mit einer besonders hohen Dichte an Herrenhäusern und historischen Residenzen. Allein in Warschau gab es vor 1945 mehr als 100 Paläste, die heute zum Großteil wiederaufgebaut sind und sich entlang des Königsweges (Trakt Królewski
) verteilen, einer der bedeutendsten Kulturachsen der polnischen Hauptstadt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in den waldreichen Kleinstädten rund um Warschau Villen und Sommerresidenzen des Warschauer Bürgertums: Orte wie Konstancin-Jeziorna, Milanówek oder Podkowa Leśna gehören heute zu den etablierten Immobilienstandorten der Region. Neben großen Magnatenpalästen finden sich im Umland der Hauptstadt zahlreiche kleinere Häuser des Landadels.
In Polen bezeichnet Pałac sowohl Schlösser als auch größere repräsentative Herrenhäuser; Dwór steht für kleinere Gutshäuser bis hin zu vollständigen Gutshöfen mit Wirtschaftsgebäuden. In der Woiwodschaft Masowien ist darüber hinaus eine weitere Objektart verbreitet: Der Dworek
ist ein Haus des polnischen Landadels, häufig auf den Resten eines vormaligen Gutshofes errichtet. Im 19. Jahrhundert verloren diese Häuser zunehmend ihre landwirtschaftliche Funktion und wurden zu Treffpunkten des kultivierten Landadels. Baulich ist der klassische Dworek ein langgestrecktes, meist eingeschossiges Gebäude mit schmalem Portikus und Dreiecksgiebel. Ein bekanntes Beispiel ist das Geburtshaus von Frédéric Chopin in Żelazowa Wola.