Das ehemalige Gut und Herrenhaus in Bielawa gilt als das wertvollste Denkmal der Stadt. Es hat berühmte Gäste empfangen, darunter Friedrich II. und den russischen Zaren Alexander I. Die Anlage wurde 1598 durch Joachim von Netz als Verteidigungsbau während der Herrschaft der Habsburger in Schlesien errichtet.
Nach 137 Jahren der Herrschaft übertrugen Ernst Heinrich und Joachim Ernst von Netz die 5.500 Ha umfassenden Ländereien an Frau Barbara Sandreczky, geborene Gellhorn. Ihr Ehemann, der adelig geborene Adam Boguslav von Sandreczky aus Ostroszowice, trat als Kurator auf. Das Erbe wurde in den folgenden Jahren an die Nachfolger weitergegeben.
Im Jahr 1737 zerstörte ein Feuer das alte Grafenschloss. Zwei Jahre später wurde es wieder aufgebaut und viele Elemente des vorherigen Bauwerks wurden beibehalten. 1886 ging das Erbe in die Hände des Neffen des Grafen Hans von Sandreczky, Ernst Julius Adolf Erdmann von Seidlitz, über. Am 1. September 1930 kaufte die Stadt das Schloss zusammen mit den Gebäuden und Grundstücken für 150.000 Mark von Adolf von Seidlitz.
Nach dem Krieg wurde hier eine Berufsschule eingerichtet. Nach 1956 folgte die Gründung einer Sonderschule. Nach 1990 schließlich ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum, das eine Vorschule, eine Grundschule, eine Mittelschule und eine Hauptschule umfasste. Alle Schüler waren auf dem Gelände der Einrichtung untergebracht.
Das zweigeschossige, teilweise unterkellerte Gebäude aus Ziegelstein befindet sich in Bielawa in der Straße ul. Wolności 92. Es steht auf flachem Gelände und ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles des Renaissance-Schlosses. Das Dach besteht aus Holz und hat eine Pfettendachkonstruktion. Es ist mit Ziegeln im Korbdesign und teilweise mit Bitumen gedeckt.
Die Anschlüsse für Elektrizität, Wasser und Abwasser sind vorhanden.
• Nutzfläche: 4.123,1 m²
• Grundfläche: 1.960 m²
• Gesamtvolumen: 22.320 m³
Bielawa liegt 25 km östlich von Wałbrzych, das u.a. für das größte Schloss in Schlesien Zamek Książ ("Schloss Fürstenstein") bekannt ist.