Schloss Landsberg zählt zu den markantesten Bauwerken Thüringens: ein neogotisches Lustschloss der Herzöge von Sachsen-Meiningen in exponierter Berglage. Nach einem Verkauf im Jahr 2016 steht das Gebäude leer; die Zukunft ist ungeklärt.
Thüringer Schlösser und ausländische Investoren; diese Verbindung hat in der Vergangenheit selten funktioniert. Im Fall Landsberg begann sie vielversprechend: Das Schloss sollte saniert und als Luxushotel weitergeführt werden.
2016: Stiftung Meininger Denkmäler verkauft Schloss Landsberg
Bis 2014 war Schloss Landsberg ein Hotel und eine gefragte Adresse für Veranstaltungen. Zuletzt hatte das Haus mit starken Umsatzschwankungen zu kämpfen, wie der MDR berichtete. Die Stiftung entschied sich zum Verkauf, um Mittel für die Sanierung anderer historischer Gebäude in Meiningen freizusetzen. Nach mehreren Anläufen erwarb das chinesische Unternehmen New Silk Road Ltd. mit Sitz in Dubai das Schloss. Die Wiedereröffnung als Luxushotel war für 2017 angekündigt; das Schloss verfügt über sieben Suiten, 13 Gästezimmer, ein Burgrestaurant und einen Rittersaal.

2020: Wachsende Sorge um die Bausubstanz
Vier Jahre nach dem Verkauf blieben Sanierung und Betrieb aus. Ein Wasserschaden zu Beginn des Jahres musste vom Landkreis Schmalkalden-Meiningen selbst behoben werden. An der Substanz stehen dringende Sicherungsmaßnahmen aus. Unbefugte verschaffen sich trotz Betretungsverbots wiederholt Zugang zum Gebäude.
Stadt und Landkreis wandten sich an das Kultusministerium: Um eine Entwicklung wie beim Schloss Reinhardsbrunn zu verhindern, wird eine Übernahme durch das Land Thüringen oder die Mitteldeutsche Schlösserstiftung erwogen.